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Praxistest: DeX Station fürs Smart Office

von Community Manager am ‎06.02.2018 09:27

Als Samsung das Galaxy S8 enthüllte, wurde neben den ganzen technischen Neuerungen auch eine Innovation präsentiert: die DeX Station. Hierbei handelt es sich um einen Hybrid aus Ladestation und Dockingstation, der die Inhalte des Smartphones als Desktop-PC umsetzt. Perfekt fürs Smart Office? Werden wir sehen. War der UVP mit damals rund 150 Euro noch relativ hoch, ist sie heute zu geringeren Straßenpreisen zu finden, sogar für knapp 50 Euro wurde sie rund um den Black Friday bereits angeboten. Dazu kommt: Samsung präsentierte Mitte November 2017 eine Desktop-Alternative zur eigenen DeX-Oberfläche, ein komplett lauffähiges Linux-System, genauer gesagt die Linux-Distribution Ubuntu. Damit könnte die DeX Station bald wieder interessant werden für alle, die bisher die Ausgabe oder das DeX OS scheuten.

Die Einrichtung der DeX Station
Los geht’s: ich habe das Galaxy S8 neben mir liegen und die DeX Station per HDMI-Kabel an einen 24 Zoll Full HD Monitor angeschlossen. Hier auch schon der erste Kritikpunkt: warum liegt einer 150 Euro teuren Komponente kein HDMI-Kabel bei? Bei einem Herstellungspreis von unter einem Euro wäre das doch drin gewesen. Sei es drum, ich hatte glücklicherweise noch ein HDMI-Kabel herumliegen. Die DeX Station sieht übrigens aus, als hätte ich als Nichtraucher einen Aschenbecher auf dem Schreibtisch stehen. Aber alles ist schön rund und funktional. Und die Aufklappmöglichkeit der aktiven Lüftung und Halterung fürs Smartphone macht Sinn, wenn man die DeX Station mal unbeschadet transportieren möchte. Den beim Kauf mitgelieferten Ladeadapter des Galaxy S8 in eine Steckdose stecken, mit der DeX Station verbinden und dann soll alles automatisch gehen. Auch hier die Frage: warum liegt der DeX Station kein eigenes Ladekabel bei? Man bekommt das ungute Gefühl, hier möchte Samsung das Maximum an Ertrag herausholen.
Und dabei hätte gerade mir ein beiliegendes Ladekabel viel Ärger erspart: Ich stecke also das Galaxy S8 in die DeX Station und … nichts passiert. Tipp: sitzt das Smartphone in einer Schutzhülle, kann man es mit der DeX Station laden, jedoch nicht mit DeX verwenden. Darauf wird man per Nachricht auf dem Smartphone jedoch auch hingewiesen. Ich google mich durch die DeX-Geschichte, erfahre, dass ich alles richtig gemacht habe und rufe Samsung’s Hotline an. Der Mitarbeiter hört sich mein Problem an, bestätigt mir, alles korrekt verbunden zu haben und empfiehlt mir, die augenscheinlich defekte DeX Station beim Verkäufer umzutauschen. Gesagt, getan, eine Woche später habe ich ein neues Gerät da. Doch auch hier bleibt der Monitor schwarz und die DeX Oberfläche lädt nicht. An der Station kann es also nicht liegen. Ich erinnere mich: Samsung weist darauf hin, dass die DeX Station nur mit 9 Volt Stromversorgung funktioniert. Ein Blick auf mein Ladekabel des Galaxy S8 zeigt: 9V, 1,67 Ah. Sollte funktionieren. Tut es aber nicht. Ich beschließe, zu Testzwecken den Original Samsung Travel Adapter fürs S8 zu kaufen, mit der Option, es zurückgeben zu können. Als ich den Travel Adapter angeschlossen habe, startet DeX sofort. Ein Blick auf die Ladeadapter zeigt: beide sehen absolut identisch aus und haben die gleichen Angaben, aber mein beim Kauf des Galaxy S8 mitgelieferter Adapter ist „Made in China“, der vom Travel Adapter „Made in UK“. Jedenfalls läuft die DeX Station jetzt. Also noch Tastatur und Maus per USB angeschlossen und fröhlich losgetestet.
© Screenshot: Marc Zander / DeX bietet das typische Look & Feel eines Desktop-PCs.
Die Oberfläche der DeX Station
Meine erste Reaktion: WOW! Ich habe meine Smartphones und Tablets schon oft über die integrierte Bildschirmübertragung an den Fernseher oder Monitor angeschlossen und den Inhalt gespiegelt. Das kann DeX auch und wird dann als kleines Hochkantfenster auf dem Monitor per Maus gesteuert. Doch DeX bietet im echten Desktop-Modus eine völlig andere Erfahrung. Es fühlt sich wirklich wie ein echtes System an. Vom Look her erinnert es mich ein wenig an Google Chrome, jedoch mit wesentlich mehr Funktionen. Wer einmal im Smart Office mit Windows oder Linux gearbeitet hat, findet sich sofort zurecht. Das WLAN-Signal bleibt bestehen, ebenso die Mobilfunkverbindung. Wer mag, kann an die DeX Station auch ein Ethernet-Kabel anschließen. Die Android-typischen Features wie Benachrichtigungen, Lautstärke, Datum, Zeit etc. werden in einer typischen Dockingleiste umgesetzt. Zusätzlich zur links unten erreichbaren App-Liste kann man seine meistgenutzten Apps auch als Verknüpfung auf den Schreibtisch legen. Alle Apps, die auf dem Smartphone installiert sind, werden direkt nach einem Klick geöffnet und tauchen danach im Dock auf.
© Screenshot: Marc Zander / Auch beim Multi-Windowing ist die DeX Station praktisch.
Bei den Apps ist eine Menge fürs Smart Office dabei: Hangouts, Word, Excel, OneDrive, MobiSystems OfficeSuite und FileCommander, Chrome, E-Mail, GMail, Google Drive, Slack, Adobe Lightrooms, Adobe Photoshop Express, WhatsApp, SMS Nachrichten und diverse mehr sind an DeX angepasst. Als Faustregel gilt: Büro-Apps von Google oder Samsung sind auf DeX als normales Programm in einem größenverschiebbaren Fenster lauffähig. Andere, nicht angepasste Apps werden in einer Smartphone-ähnlichen, leider nicht vergrößerbaren Hochkant-Ansicht gestartet. Bei diesen Apps, wie Facebook, Jira, Trello, Duo, Dropbox und Skype, wird man beim erstmaligen Start darauf hingewiesen, dass einige Funktionen von der DeX Station nicht unterstützt werden. Trotzdem kann man sie wie auf dem Smartphone bedienen, nur dass DeX in dem Fall weniger Sinn macht. Zusätzlich zeigt ein Icon in der Symbolleiste, dass man die Ansicht in 90-Grad-Schritten drehen kann, um die Darstellung ein wenig zu optimieren. Für Videotelefonie wird übrigens die Kamera des Galaxy S8 genutzt.

Auch bei mehreren gleichzeitig geöffneten Apps geht die DeX Station übrigens nicht in die Knie. Die Audioausgabe wird standardmäßig über den Galaxy S8 Lautsprecher ausgegeben, kann aber auch über die Boxen im Monitor bzw. einem Fernseher oder ein via Bluetooth angeschlossenes Headsets oder Lautsprecher erfolgen. Die Linux On Galaxy Funktion ist derzeit nur für vorgemerkte Anwender und Entwickler verfügbar. Sie dürfte DeX im Smart Office nochmals einen großen Schritt weiterbringen, denn Linux bietet als Desktop-Alternative viele weitere Features, Entwicklersoftware und Programme. Ach ja: es gibt keine „Herunterfahren“-Button, DeX wird beendet, sobald man das Galaxy S8 aus dem USB-Port zieht. Darum gilt: vorheriges Speichern nicht vergessen.
© Screenshot: Marc Zander / Wie auf dem Smartphone gibt es eine Darstellung der zuletzt genutzten Apps mit Shortlink.

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Als die DeX Station nach einigen Startschwierigkeiten funktionierte, hatte ich ein echtes Aha-Erlebnis. Hier hatte ich eine echte Innovation vor mir. Es bestätigte mir, dass mein Wechsel von einem seit Jahren auf dem gleichen Level stagnierenden Anbieter aus Cupertino zu Samsung und seinen Innovationen der richtige Schritt war. Als Autor und Texter könnte ich mit dem Galaxy S8 und DeX plus Tastatur und Maus schnell überall arbeiten. Selbst in einem Hotelzimmer mit Full-HD-TV wäre ich sofort startklar. Und das wesentlich produktiver als mit Tablet, Stylus Pen und kleiner Bluetooth-Tastatur. Somit ist für mich DeX ein sinnvolles ergänzendes Gadget, gerade für Freiberufler und dezentral arbeitende Teams und das Smart Office. Für Privatnutzer ist es eher eine Spielerei, denn auch ein moderner Smart-TV kann bereits gängige Apps wie YouTube darstellen und viele beliebte Spiele sind einfach nicht für DeX angepasst. Bei Einsatz eines Monitors mit höherer Auflösung als Full HD wird DeX automatisch in 1080p gestartet, eine höhere Auflösung ist derzeit nicht möglich.