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Personenerkennung mit der Nest Cam IQ

von Community Manager ‎13.06.2017 10:00 - bearbeitet ‎14.06.2017 17:22

„Cam IQ weiß, was keine Person ist. Und was doch.“ Diese Werbeaussage macht neugierig – zumal der Hersteller Nest, Tochter des Google-Konzerns Alphabet und in Deutschland vor allem bekannt durch seine vernetzten Rauchmelder, schon Überwachungskameras für drinnen und draußen im Angebot hat.
© Nest / Personenwarnung bei Bewegung mit der Nest Cam IQ.Allerdings legt die neue IQ-Serie die Messlatte ungleich höher, auch im Vergleich zu ähnlich hochpreisigen Konkurrenzmodellen. Gelten Überwachungskameras bereits durch App-Anbindung und Bewegungsalarm in gewisser Weise als „smart“, geht die Cam IQ mit ausgeklügelten KI-Funktionen weit darüber hinaus.
Was unterscheidet die Kamera von den üblichen Modellen?
Tatsächlich kann sie nicht nur ein Live-Video übertragen und eine Bewegungsmeldung an ein Smartphone senden, sondern sie kann sogar die Person selbst erkennen – etwa um zu unterscheiden, ob es sich um das heimgekehrte Schulkind oder einen verdächtigen Unbekannten handelt. Dagegen soll zum Beispiel ein durchs Bild laufender Hund oder der Schatten eines Vorhangs keinen Fehlalarm auslösen, denn auch solche Objekte identifiziert die Kamera problemlos, verspricht Nest.

Ein weiteres Highlight ist die „Supersight“ genannte Bildverfolgungsfunktion: Sobald eine verdächtige Person erkannt wird, zoomt die Kamera automatisch heran und verfolgt ihre Bewegung – ähnlich wie im Film, als würde ein Kameramann die Steuerung übernehmen.
© Nest / Live-Bild auf dem Smartphone.Im Bereich des 130-Grad-Sichtfelds soll das erstaunlich gut funktionieren, und selbst der nicht sichtbare Bereich kann durch Audio-Überwachung abgedeckt werden. Bekommt die Kamera beispielsweise mit, dass der tierische Haushüter stundenlang bellt, kann man sich ebenfalls automatisch benachrichtigen lassen.
Wie fortschrittlich ist die Bildtechnik?
Ziemlich ungewöhnlich für Überwachungskameras dieser Art, selbst in der höheren Preisklasse, ist der Einsatz eines 4K-Bildsensors, der damit die vierfache Pixelanzahl im Vergleich zu Full-HD liefert. Zwar werden Videos „nur“ in Full-HD gespeichert, aber beim automatischen Zoomen (12-fach digital) spielen die größere Bildinformation sowie die hochqualitative HDR-Bildverarbeitung ihre Stärken aus, so dass sich Gesichter weitgehend scharf erkennen lassen. Zudem setzt Nest zwei lichtstarke Infrarot-LEDs ein, die den Raum nach eigener Aussage „in schwärzester Nacht und ohne roten Schein“ gleichmäßig ausleuchten.
Noch zum Thema Audio: Drei sensible Mikrofone und ein hochwertiger Lautsprecher sind ebenfalls eingebaut, damit der Beobachter und die überwachte Person kommunizieren können. Letztere kann über die Smartphone-App angesprochen werden und bekommt dies über einen aktivierten Leuchtring um die Kameralinse herum angezeigt.
Ein tolles Produkt – aber wo ist der Haken?
Manche Funktionen wie Personenwarnungen können „einfach so“ genutzt werden, die KI-Funktionen jedoch nur in Verbindung mit einem kostenpflichtigen Abo des Dienstes „Nest Aware“. Dazu gehört die Unterscheidung von Personen ebenso wie Audiowarnungen oder auch unterschiedlich definierte Alarmbereiche, die gesondert überwacht werden. Dafür werden nicht nur die Aufnahmen der letzten 3 Stunden archiviert, sondern der letzten 10 oder sogar 30 Tage – was die Kosten jedoch deutlich in die Höhe treibt.
© Nest / Die Cam IQ fügt sich überall gefällig ein.Sicherheit hat ihren Preis
Erwartungsgemäß ist der Preis für so viel Innovation recht hoch. 349 Euro verlangt Nest für die Kamera, die es erst einmal nur als Indoor-Variante geben wird, und gibt einen 30-Tage-Testzeitraum für das Nest-Aware-Abo hinzu – so können alle Funktionen ausprobiert werden.
Möchte man das Abo weiternutzen, werden 10 Euro monatlich oder 100 Euro als Jahrespreis fällig (für jede weitere Kamera 5 bzw. 50 Euro), wobei die Aufnahmen bei Nest 10 Tage lang gespeichert bleiben. Will man einen ganzen Monat durchstöbern können, erhöht sich der Abo-Preis auf stolze 30 Euro pro Monat oder 300 Euro pro Jahr (weitere Kameras jeweils 15 bzw. 150 Euro). Ziemlich beeindruckend ist die Produktankündigung von Nest – aber das Produkt selbst auch ziemlich teuer. Qualität und Innovation haben ihren Preis, und wer eine richtig gute Überwachungskamera sucht, die nicht nur smart im üblichen Sinne ist, sondern mit echter Künstlicher Intelligenz aufwartet, der wird mit der Cam IQ wohl buchstäblich auf Nummer sicher gehen.