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Mit Hayo werden alle Möbel smart

von Community Manager am ‎16.06.2017 11:59

Wer erinnert sich an den Film „Minority Report“, in dem Tom Cruise in seinem Arbeitszimmer steht und wild in der Luft herumfuchtelnd holographische Displays hin und herschiebt? Diese Szene erinnert mich ein wenig an die Arbeitsweise von Hayo. Einem virtuellen 3D-Schalter, der Bewegungen und Gesten in Befehle für das Smart Home übersetzt.
Holographische Monitore hat das Projekt, das gerade auf der Crowdfunding-Plattform indiegogo finanziert worden ist, nicht im Leistungsumfang. Dafür ermöglicht Hayo aber, dass sein Besitzer beispielsweise die Lautstärke seiner Stereoanlage regelt indem er an einer Vase dreht oder an der Armlehne seines Sessels auf- und abstreicht. Allgemein formuliert verwandelt Hayo Gegenstände in virtuelle Schalter, die mithilfe von Gesten ausgelöst werden können. Die Fachleute sprechen hierbei von Augmented Reality - einer durch Technologie erweiterten Realität.
Echo Lookalike
Optisch erinnert Hayo ein wenig an eine bullige Version von Amazons Sprachassistent Echo, der aber auf Gesten anstatt auf Sprachbefehle reagiert. Das Kunststoffgehäuse wird durch eine Glasfront erweitert, hinter der sich mehrere Sensoren verbergen. Zusätzlich verfügt Hayo über ein integriertes WLAN-Modul, über das er sich mit dem Internet und auch dem Smartdevice verbindet.
© Hayo / Die Optik lässt kaum darauf schließen, was Hayo mit dem Zuhause alles anstellen kann.
Virtuelle Punkte
Um seine Magie wirken zu können, scannt Hayo mithilfe eines 3D-Sensors den Raum und erstellt eine dreidimensionale Karte seiner Umgebung. Über die dazugehörige App erstellt dann der Besitzer virtuelle Punkte auf dieser Karte und gleichzeitig in seiner Wohnung. Das können bestimmte Zonen sein, oder auch Gegenstände. Diese virtuellen Punkte werden daraufhin mit Gesten und Aktionen belegt und dienen ab sofort als virtuelle Schalter. Ein Tippen auf den Tisch kann nun den Fernseher einschalten und eine Wischbewegung an gleicher Stelle die Lautstärke regeln oder das Licht dimmen. Clever ist auch, dass Hayo sich die Gegenstände merken kann, auf denen die Steuerpunkte hinterlegt sind. Werden die Möbel umgestellt, muss die künstliche Intelligenz deswegen nicht gleich neu programmiert werden.

Schlauer mit der Zeit
Die Macher von Hayo versprechen überdies, dass das Gerät über die Zeit seinen Besitzer immer besser kennenlernt. Auf diese Weise soll die Steuerung einfacher und präziser funktionieren, je länger Mensch und Maschine miteinander arbeiten. Gesten werden so angeblich besser erkannt und vor allem von alltäglichen Bewegungen unterschieden, um keinen Fehlalarm auszulösen.
Die Steuergesten sollten in einem Umkreis von sechs Metern ausgeführt werden. Das ist der Bereich, in dem die Gestenerkennung am besten funktioniert. Übrigens auch nachts. Dafür sorgt eine Infrarotkamera, die die Funktionalität auch bei schlechten Lichtverhältnissen aufrechterhält.
Sicherheitszonen
Als zusätzliche Sicherheitsfunktion erlaubt die Software, Sicherheitszonen zu definieren. Das kann ein Herd sein, ein offener Kamin oder eine Hintertür. Ereignen sich in diesen Bereichen (vorher festgelegte) untypische Gegebenheiten, so wird das Gerät genauso aktiv wie bei einer programmierten Geste und schlägt Alarm.
Ein Hayo pro Raum
Hayo ist zwar leicht und auch unkompliziert zu positionieren, will aber dort bleiben, wo er einmal aufgestellt ist. Für ein Haus oder eine große Wohnung bedeutet das für den Besitzer: Ein Hayo pro Raum. Über die App lassen sich mehrere Geräte administrieren. Sollen allerdings mehrere Bereiche im Haus über Augmented Reality steuerbar sein, muss ein zusätzliches Gerät besorgt werden.

Viele steuerbare Geräte
Über die App kann sich Hayo bereits ab Werk mit mehreren Smart Home-Geräten vernetzen. Dazu gehören Amazon Dash, Philips Hue, Sonos und WeMo von Belkin. Wem das nicht genug ist, der hat die Möglichkeit, über die Onlineplattform IFTTT über 300 weitere Geräte und auch Dienste hinzuzufügen. Darunter zum Beispiel Nest, Alexa, das Netatmo Thermostat oder das August Smart Lock.
© Hayo / Das Gaget unterstützt eine Vielzahl externer Dienste und Geräte.
Preis und Verfügbarkeit 
Die offizielle Gründungskampagne für Hayo ist Ende März mit 120% Zielerfüllung zu Ende gegangen. Interessenten haben aber immer noch die Möglichkeit, auf der Indiegogo-Seite Bestellungen nachzureichen. Die Geräte werden voraussichtlich im September verschickt und kosten 279,- US-Dollar zuzüglich Versandkosten.