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Intelligente Hotelzimmer: Smart Home im Hilton

von Community Manager ‎10.01.2018 16:21 - bearbeitet ‎10.01.2018 16:23

Kurz vor ihrem 100. Geburtstag macht die weltweit zweitgrößte Hotelkette Hilton mit einer „Smartifizierung“ ihrer Hotelzimmer auf sich aufmerksam. Dabei geht es weniger um das Auf- und Zuschließen von Zimmertüren über die hoteleigene App – denn das Smartphone als Zimmerschlüssel zu benutzen, ist in den USA in vielen Hotels bereits ein alter Hut.
© Hilton / Digital Key öffnet die Zimmertür via Smartphone.
Mit dem Standard „Digital Key“ wurden seit 2014 allein bei Hilton gut 19 Millionen Zimmertüren ohne echte Schlüssel geöffnet, im letzten Oktober schon jede 1,5 Sekunden.
Spannendes Gesamtkonzept für intelligente Hotelzimmer
Die digitalen Schlüssel jedoch sind nur ein Feature von „Hilton Connected Room“, das aktuell in mehreren Hotels der Kette installiert wird – es ist ein Gesamtkonzept für intelligente Hotelzimmer. Jeder registrierte Gast, der die App „Hilton Honors“ nutzt, kann über sein Smartphone nicht nur die Beleuchtung im Zimmer steuern, sondern auch die Temperatur der Klimaanlage, die Stellung der Fensterjalousien sowie sein Lieblingsprogramm auf dem SmartTV.
© Hilton / Einstellung der Zimmertemperatur.
Über die App lassen sich Sender als Favoriten festlegen und der bevorzugte Streamingdienst einbinden, so dass der Gast beispielsweise seinen Netflix-Account mitnehmen kann.
© Hilton / Steuerung des SmartTV.
Profil des Hotelgastes kann synchronisiert werden
Zudem sollen die Vorlieben des Gastes über die gesamte Hotelkette hinweg synchronisiert werden, d.h. seine bevorzugten Licht-, Klima- und TV-Steuerungen sind schon fertig eingestellt, wenn er im nächsten Hilton-Hotel eincheckt – wobei dieser Check-in natürlich ebenfalls über die App erfolgt. CEO Christopher Nassetta meinte bei der Vorstellung: „Wir setzen einen neuen Standard für die Branche, indem wir unseren Gästen ein Reiseerlebnis bieten, bei dem der Raum sie kennt und sie ihr Zimmer kennen.“
© Hilton / Check-in über die App – inklusive Benachrichtigungen.
Mit dem System verfolgt Hilton das Ziel, dass Gäste ihren Aufenthalt und ihr Erlebnis im Hotel individuell gestalten können – bis hin zu der Idee, eigene Fotos hochzuladen, die auf den Bildschirmen im Hotelzimmer angezeigt werden. Beim nächsten Hotelaufenthalt, auch in einer anderen Stadt, könnte man so direkt mit den gewohnten Motiven begrüßt werden.
Auch die Nachhaltigkeit ist ein Aspekt: Wenn etwa die Klimaanlage mit dem Tagesablauf des Gastes synchronisiert wird, werden Umwelt und Stromkosten geschont.
Gibt es einen Zwang zur Nutzung der Smart-Home-Funktionen?
Skeptiker werden die berechtigte Frage stellen, was Hotelgäste machen, wenn sie a) diese smarten, aber auch Daten sammelnden Funktionen nicht wünschen und b) vielleicht gar kein Smartphone besitzen, das zur Bedienung via App zwingend nötig ist. Für beide Punkte lautet „freiwillig“ die Antwort: Beim Check-in kann die smarte Steuerung auf Wunsch abgewählt werden, und statt mit dem Smartphone lässt sich fast alles auch über die Fernbedienung des Fernsehers steuern. Der nächste Schritt könnte schließlich die Integration von Sprachassistenten sein.
© Hilton / Steuerung auch über die Fernbedienung möglich.
Wann die „Connected Rooms“ auch in Deutschland realisiert werden, ist noch nicht bekannt. Doch Hilton gilt als die weltweit am schnellsten wachsende Hotelkette, und weil das Digital-Key-System auch in Singapur und Kanada genutzt wird, ist eine zeitnahe Ausweitung über die USA hinaus zu erwarten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Funktionen eines Smart Home auch im „temporären Home“, nämlich im Hotel Einzug finden würden. Hilton steigert mit seinem System nicht nur den Komfort für die Gäste, sondern sichert sich auch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Smarte Hotelzimmer machen noch mehr Lust auf einen Aufenthalt in einem der weltweit 5000 Hotels – sofern das System zeitnah überall eingeführt wird.