Smart Wohnen Community

BW Pix+: Smart Home LED mit Kamera und Mikrofon

von Community Manager ‎03.06.2017 10:00 - bearbeitet ‎20.10.2017 14:57

Im Smart Home Bereich ist so gut wie alles erfunden, könnte man denken. Und trotzdem überraschen uns immer wieder Hersteller mit Innovationen. So kommt neben der Sengled Snap LED-Glühlampe mit Kamera auch das französische Unternehmen Bell & Wyson mit einer schicken LED-Hybrid-Glühbirne auf den Markt, die mit Kamera und Mikrofon für mehr Sicherheit sorgen soll.
© Bell & Wyson / Vorne an der Pix Plus sind neben den LEDs auch eine Kamera und ein Mikrofon unauffällig integriert 
Pix Plus: der Name der Smart Home Glühbirne ist Programm
Für die Smart Home Glühbirne mit Zusatznutzen hat sich das französische Startup-Unternehmen den Designer Thomas de Lussac ins Boot geholt. Dieser hat ein rundes, im Retro-Design gestaltetes Leuchtmittel entworfen, das auch ohne Lampenschirm edel und schick daherkommt. Neben einem 2015 vorgestellten Modell mit integriertem Rauchmelder gibt es jetzt die Smart Home Glühbirne inklusive eingebauter Überwachungskamera und Mikrofon mit Gegensprechanlage. Die Lampe wird über die für iOS und Android erhältliche App in das eigene WLAN eingebunden und kann danach weltweit über die App angesteuert werden (Onlinezugang natürlich vorausgesetzt).
Die verbaute Kamera verfügt über einen Bewegungsmelder und ein Mikrofon. Sobald ein Geräusch oder eine Bewegung erkannt wird, erhält der Nutzer eine Nachricht auf sein Smartphone. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten: den Live-Stream direkt in der App auf dem Smartphone ansehen und/oder aufzeichnen, gegebenenfalls ein Foto der Situation machen, den Stream auf einer SD-Karte in der Lampe selbst aufzeichnen (eine Karte ist nicht im Lieferumfang enthalten, geeignet sind SD-Cards von 2 bis 32 GB) oder über den Lautsprecher des 2-Wege-Mikrofons Alarm auslösen.

Gespeicherte Videos lassen sich ohne weitere Kosten über die App herunterladen und auf dem heimischen Rechner speichern. Die verbaute Kamera in der Pix Plus enthält ein 720p-Weitwinkelobjektiv, das mit einem Nachtsichtmodus ausgestattet ist. Bei erhöhtem Lichtbedarf kann selbstverständlich auch die Smart Home Glühbirne selbst eingeschaltet werden, um für bessere Aufnahmen zu sorgen. Die Aufnahmen können in drei Qualitätsstufen erfolgen, das Maximum ist die HD-Auflösung mit 1280 x 720 Pixeln.
© Bell & Wyson / Auf Smartphones mit Android oder iOS zeigt die App Echtzeitvideos der Pix+ 
Pix+ erleuchtet die Smart Home Landschaft
Das integrierte Mikrofon erlaubt eine Zwei-Wege-Kommunikation. Springt also die Katze auf den Esstisch, kann man sie freundlich darauf hinweisen, das doch bitte zu unterlassen. Mit der App steuert man das Licht auch aus der Ferne und kann damit zum Beispiel aus dem Urlaub eine heimische Anwesenheit simulieren. Die App erlaubt die Steuerung mehrerer angeschlossener Lampen, der Stream kann in der App jeweils von einer Kamera wiedergegeben werden.
Abschließend noch ein Wort zu den technischen Fakten des Leuchtmittels: Die Smart Home Glühbirne ist geeignet für E27-Fassungen, nutzt LED-Lampen mit 11 Watt (vergleichbar mit ehemaligen 60 Watt-Glühbirnen), verbraucht ca. 9,4 Watt (das entspricht der Energieeffizienzklasse A) und verfügt laut Hersteller über eine Helligkeit von rund 104 Lux bzw. 600 Lumen. Lichtintensität und Lichtwärme können mit Schiebereglern über die App gesteuert werden. Die Bell & Wyson Pix+ ist für rund 150 Euro in Frankreich erhältlich, es wird auch nach Deutschland versendet und die Anleitung liegt ebenfalls schon in deutscher Sprache vor.
Eine Hybrid-Lampe klingt doch erst einmal nach einer super Idee für das moderne Smart Home. Nutzer der Pix+ würden sich jedoch eine bessere Bildqualität wünschen und beklagen, dass die Geräusch- und Bewegungsempfindlichkeit sehr hoch ist. Wenn nun für jede vorbeischwirrende Fliege eine Push-Nachricht erfolgt, kann das natürlich schon nervig sein. Doch in der App findet sich eine Funktion, um die Push-Benachrichtigung einzustellen oder ganz abzuschalten. Hier sollte also jeder seine persönliche Einstellung finden können. Ein auch immer wieder kritisierter Punkt ist der ziemlich hohe Preis von gut 150 Euro. Und was passiert, wenn die LEDs der Smart Home Glühbirne kaputt sind? Funktioniert dann die Kamera weiterhin oder muss ich alles entsorgen? Diese und ähnliche Funktionen werden wir demnächst auf smart-wohnen.de testen.

Kommentare
von christiantf
am ‎09.06.2017 18:57

Aus meiner Sicht ein ziemlich nutzloses Produkt:

Eine Leuchte wird in der Regel an der Decke montiert. Damit kann ich die Haartracht oder die Kaputze z.B. eines Einbrechers sehen, aber noch nicht mal sein Gesicht. Selbst im Produktfoto mit dem SmartPhone ist die Perspektive vom Boden aus. Wer hat eine Glühbirne am Boden?

Der nächste Punkt ist, in einem echten SmartHome baut kein Mensch mehr Lampensockel mit E27 ein, sondern es werden meist dimmbare LED-Leuchten verwendet. Würde ich die Lampe montieren, fünde ich einen entsprechenden E27-Sockel in meinem Haus nur noch im Heizraum und im Abstellkammerl der Garage.

Der dritte Punkt, ein SmartHome-Produkt muss in ein Haus integrierbar sein. Auf der Webseite des Herstellers lese ich nichts, wie ich dieses Produkt in eine Hausautomatisierung einbinden könnte. Eine App ist keine Hausautomatisierung. Richtige SmartHome-Produkte bieten die Möglichkeit, diese mit Schnittstellen (z.B. Web-API) anzusprechen und zu interagieren.

Letztendlich ist wieder einmal die Integrität des Hausnetzwerks in Frage gestellt. Wenn diese Glühbirne vom Internet per App gesteuert werden kann, muss die integrierte Hardware/Software auch eine ständige, offene Verbindung zu einem (unbekannten) Server des Herstellers halten, sonst wäre keine Verbindung ins Haus möglich. Diese offene Verbindung, sowie dieser Server, ist ein potentielles und direktes Angriffsziel. Bei Erfolg kann ein Angreifer nicht nur das Licht schalten, sondern zusehen und zuhören, was in diesem Raum los ist.


Kein echtes Produkt einer Gebäudesteuerung ("SmartHome") benötigt eine ständige Verbindung ins und aus dem Internet.



von sline286
am ‎11.06.2017 22:45

Hi Christantf,

 

ich seh das ganze etwas anders, gerade "alte" Hausbesitzer versuchen in vorhandene E27 Fassung das Smarthome zu intergrieren und greifen aus meiner Sicht deswegen auf Philips Hue, Osram lightify oder ähnliche Produkte zurück.

 

Gerade wegen Ihrer Lampenform finde ich die B&W Pix+ Interessant. Ich kann mir gut vorstellen diese Kamera im Eingangsbereich oder vor der Haustüre zu installieren, um eine 360grad Ansicht von Besuchern zu erhalten. Dies klappt heute schon mit meiner Mobotix Deckenkamera, diese ist allerdings im vergleich zu B&W um welten teuerer.

 

Sollte keine E27 Lampe vorhanden sein, so kann ich mir gut vorstellen eine günstige Baustellenfassung für diese Kamera umzufunktionieren.

 

Aber wie gesagt das ist nur meine Ansicht :-)