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Apple HomePod: Der Siri-Smart Speaker im Detail

von Community Manager ‎07.02.2018 16:59 - bearbeitet ‎09.02.2018 08:42

Der Apple HomePod ist da  zumindest in den ersten Ländern. Nachdem es Konkurrenten wie Google Home oder auch Amazon Echo vorgemacht haben, steigt nun auch Apple auf den Trend der Smart Speaker auf. Mit dem HomePod präsentiert der Weltkonzern aus Cupertino nicht nur die eigene Sprachassistentin Siri in neuer Hardware, sondern will besonders Musikliebhaber mit sattem Sound überzeugen.
Seit mehr als fünf Jahren schon werkelt man bei Apple bereits hinter verschlossenen Türen an einem eigenen Siri-Lautsprecher. In den ersten Jahren noch als Spielerei, verfolgte man das Projekt in den letzten drei Jahren doch recht intensiv, wie es heißt. Erwartete man anfangs noch ein Apple-Gerät mit Bildschirm und Touchscreen, so ist nun klar: der HomePod folgt seinen Vorbildern wie Google Home und kommt als schlauer Lautsprecher in unser Zuhause. Sein Innenleben unterscheidet das Gerät jedoch entscheidend von der Konkurrenz. Ob das aber reicht, um neue Käuferschichten zu erschließen?
Für besseren Sound: Die Technik hinter dem HomePod
Mit weichen Mesh-Material überzogen, erinnert der HomePod an einen Mac Pro. Im Inneren des Geräts arbeitet hingegen ein etwas älterer SoC-A8-Chip (kommt u.a. im iPhone 6 zum Einsatz), der nicht nur die sechs verbauten Mikrofone zu steuern vermag, sondern auch den Subwoofer, das spezielle Hochtöner-Array aus sieben Tweetern sowie die softwareseitige Raumklang-Optimierung.
© Apple / Subwoofer, Hochtöner und sechs Mikrofone verbergen sich im Inneren des HomePod.
Bevor der Smart Speaker nicht nur klangtechnisch zu Werke gehen kann, braucht er natürlich eine stabile WLAN-Netzwerkverbindung, die via 802.111a, b, g, n, oder ac realisiert wird. Über diese Verbindung kann das Gerät später auch Medien abspielen, die auf iPhone oder iPad oder einem Mac-Rechner gespeichert sind. Das hierfür nötige Airplay-2-Protokoll soll bald schon von Apple als iOS-Update bereitgestellt werden. Die Einrichtung erfolgt dann allerdings nicht in einer eigenen App, sondern in der bereits vorhanden Apple Home-App. Ein guter Hinweis darauf, dass der HomePod auch im HomeKit Smart Home seinen Platz finden wird, doch dazu später mehr.
Achtung: Für die Einrichtung des HomePods braucht es dringend ein Apple-Gerät, da Android-Geräte hier derzeit nicht unterstützt werden!
Apple HomePod und die Musik: Optimaler Raumklang dank Algorithmus
Einmal im Raum aufgestellt und mit dem Netzwerk verbunden, kalibriert sich der HomePod selbst, um trotz seines Monolautsprechers für optimalen Raumklang sorgen zu können. Die Musik wird hierbei im 360-Grad-Winkel im Raum verteilt. Hierzu werden bestimmte Algorithmen zu Grunde gelegt, welche die auszuspielende Musik, jedes Mal aufs Neue, in unterschiedliche Teile zerlegen, um sie dann wieder optimal zusammenzusetzen. Wird das Gerät bewegt, beginnt die Kalibrierung übrigens von neuem.
© Apple / Optimaler Raumklang dank Softwarekalibrierung.
Auch, wenn man kein Apple Music-Abo braucht, um den HomePod als Lautsprecher zu nutzen, so spielt er seine Funktionalität natürlich erst mit einem solchen Abo aus. Denn: Andere Streaminganbieter wie Spotify oder Deezer lassen sich nicht nativ auf dem Gerät abspielen, sondern nur via Airplay 2. Das bedeutet, es braucht stets ein mit HomePod verbundenes Smartphone, Tablet oder anderes Gerät. Ob sich dies in Zukunft ändern wird, ist indes nicht ganz klar. Bisher hat Apple zwar seinerseits einige Schnittstellen für den HomePod bereitgestellt. Mit diesen können die Entwickler bisher aber noch keine Drittanbieter von Musikangeboten einbinden.
Apple HomePod und Sprachassistentin Siri
Der HomePod verfügt über sechs Mikrofone, die ständig darauf warten, angesprochen zu werden. So verfügt der smarte Lautsprecher also natürlich nicht nur über einen dynamischen Sound, sondern auch über die Möglichkeit, Apples Sprachsteuerung Siri nutzen zu können. In vollem Funktionsumfang auf dem HomePod verfügbar, kommt sie mit allen Stärken und Schwächen, die wir bereits kennen. Darüber hinaus ist klar, dass sie auch auf dem Smart Speaker nicht über eine Multivoice-Funktion verfügen wird. Jeder Lautsprecher bekommt also eine einzige Apple ID zugewiesen. Spricht man nun die magischen Worte: „Hey Siri“, macht es überhaupt keinen Unterschied mehr, wer diese Worte spricht.
Das ist ein Manko, welches besonders mit Blick auf die Konkurrenz von Amazon schmerzt. Vor allem dann, wenn mehrere Nutzer in einem Haushalt leben und zum Beispiel das praktische Nachrichten-Feature nutzen möchten. Siri kann nämlich via HomePod neben WhatsApp- auch Kurznachrichten versenden sowie Notizen und Erinnerungen anlegen. Noch aber nur für einen Nutzer und nicht für alle Mitglieder der Familie. Doch wie gesagt ist das ist ein generelles Problem von Siri und nicht das des HomePods. Sollte Apple hier per Update nachbessern, profitiert natürlich auch der Lautsprecher davon. Experten gehen übrigens davon aus, dass das Multi-Voice-Feature bald schon nachgereicht werden würde.
Wie eben schon erwähnt: Wer sich in Sachen Smart Home bereits ein wenig vorgewagt hat, wird auch mit dem HomePod in der Lage sein, seine HomeKit-Geräte per Stimme zu steuern, HomeKit-Szenen sei dank.
Ebenfalls bereits gesichert ist die Tatsache, dass man mit dem HomePod nicht nur HomeKit-Szenen aktivieren kann, sondern auch solche Szenen möglich sein werden, die Siri gänzlich vom Mithören abhalten, sie also stumm schalten. Dafür spricht auch die Tatsache, dass das Gerät nicht über eine eigene App konfiguriert wird, sondern mit der bereits verfügbaren Apple Home-App. Hier lässt sich für den Lautsprecher zudem auch ein individueller Name vergeben sowie dessen Standort festlegen. So, wie man das auch sonst von der Einrichtung neuer HomeKit-Geräte gewohnt ist.
© Apple / HomePod Lautsprecher - Mit weichen Mesh-Material überzogen.
One more thing...: Wo bleibt Multiroom-Audio?
Als der HomePod am 5. Juni 2017 im Rahmen der WWDC angekündigt wurde, machte auch das Wort „Multiroom“ die Runde. Das bedeutet, wer also zwei HomePods kauft, kann die gleiche Musik in zwei unterschiedlichen Räumen hören. Zwar wird das Gerät mittlerweile zumindest in den USA ausgeliefert, die Multiroom-Funktion fehlt indes noch. Hier soll eines der kommenden Updates wohl Abhilfe schaffen.
Preis und Verfügbarkeit in Deutschland
Der HomePod selbst ist gerade einmal 17 Zentimeter hoch und kommt hierbei auf ein Gewicht von zweieinhalb Kilogramm. Wer diesen in seinen eigenen vier Wänden bewundern möchte, wird aber noch ein wenig warten müssen. Erst seit Februar wird das Gerät in den USA, Australien und Großbritannien ausgeliefert, Kostenpunkt: 350 US-Dollar.
Für den deutschen Sprachraum gibt es derzeit weder einen Release-Termin, noch eine etwaige OVP. Analysten gehen vom zweiten Quartal 2018 aus und rechnen mit einem Kaufpreis von knapp 400 Euro aufwärts. Lange wird es also so oder so nicht mehr dauern, wenn man bedenkt, dass der deutsche Markt bereits mit Google Home und Amazon Echo zwei starke Konkurrenten am Markt hat, denen man aus Apples Sicht so schnell wie möglich Paroli bieten möchte. Ohne individuelle Stimmerkennung, ohne Multiroom und ohne die Möglichkeit, Musikdienste wie Spotify vollumfänglich ohne Smartphone nutzen zu können, wird ein dynamischer Raumklang wohl kaum ausreichen, neue Käuferschichten von sich zu überzeugen. Behält man im Hinterkopf, wie natürlich und vielseitig beispielsweise der Amazon Echo samt Alexa in dieser Hinsicht ist, wird es ungleich schwerer. Aber wie heißt es doch so schön: Konkurrenz belebt das Geschäft.